ERSTE HILFE

 

Lebenswichtige Verhaltens-   und Behandlungsmaßnahmen im Notfall!

Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen

 

 

1.  Grundsätze - Wichtige Angaben

• Ruhe bewahren

• Eigenen Schreck überwinden

• Erst denken, dann handeln

• Zusätzliche Schäden verhindern

• Unfallstelle absichern

• Hilfe herbeiholen

• Notruf

• Verletzten grundsätzlich nichts zu essen und zu trinken geben

• Verletzte möglichst nicht alleine lassen

Inhalt des Notrufes

• Wo geschah es?

• Was geschah?

• Wieviele Verletzte?

• Welche Art von Verletzungen?

• Wer meldet?

• möglichst genaue Angabe des Unfallortes

• Kurze Beschreibung des Unfallherganges

• Angabe der Zahl der Verletzten

• Lebensbedrohliche Verletzungen besonders schildern

• Angabe des eigenen Namens

 

 

2.  Retten

Herausholen aus der Gefahrenzone bei Lebensgefahr mit Rautek-Rettungsgriff

Dieses kann erforderlich werden z.B. bei

• Bränden

• Ausströmen giftiger Gase

• Einsturzgefahr

 

 

 

3.  Blutungen aus Wunden

Erkennen Blutende Wunden können durch Kleidungsstücke oder durch die Lage des Verletzten verdeckt werden (z.B. Blutungen aus Rückenwunde in Rückenlage)

• Es blutet durch die Kleidung

• Die Blutflecken in der Kleidung vergrößern sich

• Blut beginnt von der Kleidung abzutropfen

• Blut rinnt aus der Kleidung hervor Druckverband

 

 

Gefahr Verbluten unter den Anzeichen des Schocks

Maßnahmen Jede Wunde keimfrei bedecken

Fast alle Blutungen sind mit einem Verband oder Druckverband zu stillen

 

Druckverband m. Dreiecktuchkrawatte

Abdrücken am Oberarm

Abdrücken am Oberschenkel

 

Bedrohliche Blutungen aus Wunden

am Arm am Bein am Kopf oder

am Rumpf bei Abtrennung /

Teilabtrennung von Gliedmaßen

• Hochhalten

• Abdrücken

• Druckverband

• Im äußersten Notfall abbinden • Abdrücken

• Druckverband

• Im äußersten Notfall abbinden Aufpressen auf die Blutungsstelle

Druckverband, wenn die Körperstelle ihn zuläßt • Wenn möglich hochhalten

• Aufpressen auf die Blutungsstelle

• Druckverband

• Im äußersten Notfall abbinden

 

 

4.  Abriß von Körperteilen

• Abgetrenntes Körperteil nicht abwaschen

• So wie vorgefunden in keimfreies Verbandmaterial einwickeln

• In Plastikbeuteln mitgeben

 

 

5.  Bewußtlosigkeit - Seitenlagerung

Eine Bewußtlosigkeit kann ausgelöst werden durch z.B.

• Sauerstoffmangel

• Gewalteinwirkung auf den Kopf

• Vergiftung

• Witterungsbedingte Einwirkung (z.B. Hitze, Kälte)

Erkennen Der Bewußtlose ist nicht ansprechbar

Maßnahmen Feststellen der Atmung

Seitenlagerung

 

Feststellen der Atmung

 

Herstellen der Seitenlagerung

 

 

 

 

6.  Atemstillstand - Atemspende

Grundsätzliches Bei Atemstillstand kann nur sofortige Beatmung Leben retten

Sekunden entscheiden

Erkennen • Keine Atemgeräusche

• Keine Atembewegungen

• Auffallende Hautverfärbung

Gefahr Tod durch Sauerstoffmangel

Maßnahmen Überstrecken des Halses zur Schaffung freier Atemwege

Schon diese Maßnahme bewirkt in vielen Fällen die Atmung

Überstrecken des Halses

 

Andernfalls

Atemspende:

 

• Mund-zu-Nase-Beatmung

• Die Kopflage kann sich während der Atemspende verändern

• in diesem Fall die Kopflage korrigieren

Mund-zu-Nase-Beatmung

 

Bei ausbleibendem Erfolg

• Mund-zu-Mund-Beatmung

Bei ausbleibendem Erfolg

• Fremdkörper aus Mund und Rachen entfernen

• Atemspende fortsetzen

 

 

7.  Kreislaufstillstand

Maßnahme Herz-Lungen-Wiederbelebung

• jeweils 30 Herzdruckmassagen und 2 Atemspenden

• bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes

 

 

8.  Schock - Schocklage

Erkennen Schockanzeichen

• Schneller und schwächer werdender, schließlich kaum tastbarer Puls

• Fahle Blässe

• Kalte Haut

• Frieren

• Schweiß auf der Stirn

• Auffallende Unruhe

Diese Zeichen treten nicht immer alle und nicht immer gleichzeitig auf

Maßnahmen Schockbekämpfung

• Blutstillung

• Selbsttransfusion

• Schocklage

• Wärmeverlust verhindern

• Nicht überwärmen

• Für Ruhe sorgen

• Tröstender Zuspruch

• Kontrolle von Puls und Atmung

Pulskontrolle am Handgelenk

 

Pulskontrolle am Hals

 

 

Schocklage

 

 

Anheben der Beine zum Blutrückstrom

( Selbsttransfusion )

 

 

9.  Verbrennungen

Erkennen • Schmerz

• Hautrötung

• Blasenbildung

• tiefergehende Gewebeschädigungen

Maßgebend für die Schwere der Verbrennung ist ihre flächenmäßige

Ausdehnung und ihre Tiefe

Gefahr • Schock

• Infektion

• Verbrennungskrankheit

• Störung der Atmung

Maßnahmen Bei brennender Kleidung

• Brennende Person aufhalten und ablöschen

• Bekleidung, die mit heißen Stoffen (z.B. Teer, Asphalt, heiße Öle, Fette) behaftet ist, sofort entfernen oder mit Wasser ablöschen

• Heiße oder brennende Stoffe, die unmittelbar auf die Haut gelangt sind, nicht entfernen

Bei Verbrühungen

• Durchtränkte Kleidung sofort entfernen

Bei Verbrennungen an den Gliedmaßen

• Betroffene Gliedmaßen sofort in kaltes Wasser eintauchen oder unter fließendes kaltes Wasser halten, bis Schmerzlinderung eintritt

• Anschließend Brandwunde keimfrei bedecken (Brandwundenverbandpäckchen, Brandwundenverbandtuch o.ä.)

Bei Verbrennungen am Körperstamm

• Keimfreie Bedeckung mit Brandwundenverbandtuch, sonst mit frischem sauberem Leinentuch oder dergleichen

Bei Gesichtsverbrennungen

• Keine Wundbedeckung

• Keine Wasseranwendung

Wärmeverlust verhindern, schonend zudecken

Dem ansprechbaren Verletzten in kleinen Schlucken zu trinken geben, möglichst Salzwasser (1 Teelöffel Kochsalz auf 1 Liter Wasser); jedoch nicht bei

• Bewußtseinsstörungen

• Gesichtsverbrennungen

• Übelkeit

• Schock

Atmung und Puls kontrollieren, bei Atemstillstand Atemspende

Notruf

Hinweis • Beruhigungs- und Schmerzmittel darf nur der Arzt geben

• Keine Anwendung von Mehl, Pudern, Salben, Ölen usw.

• Auf keinen Fall alkoholische Getränke verabreichen

 

 

10.   Unfälle durch elektrischen Strom

Niederspannung bis 1000 Volt, gewöhnlicher Gebrauchsstrom im Haulshalt und Gewerbe

Maßnahmen Stromunterbrechung durch Ausschalten, Stecker ziehen, Sicherung herausnehmen

Ist das nicht sofort möglich, Verunglückten durch nicht leitenden Gegenstand

(z.B. trockene Holzlatte) von den unter Spannung stehenden Teilen trennen oder

an seinen Kleidern wegziehen

Sich dabei selbst isoliert aufstellen (z.B. trockenes Brett, trockene Kleider,

dicke Zeitung), sonst nichts berühren(z.B. Wand, Gestell, andere Helfer)

• Sofortige Ruhelage

• Atmung und Puls kontrollieren

• Bei Atemstillstand Atemspende

• Bei Kreislaufstillstand Herz-Lungen-Wiederbelebung (Sonderausbildung) Bei Bewußtlosigkeit und vorhandener Atmung Seitenlagerung

• Keimfreie Bedeckung der Brandwunden

Hochspannung über 1000 Volt, durch Warnschild mit Blitzpfeil gekennzeichnete Anlagen

Maßnahmen • Notruf: Elektrounfall

• Rettung aus Hochspannungsanlagen nur durch Fachpersonal

• Erste Hilfe wie bei Niederspannung

Warnung Keine Annäherung !

Bei unbekannter Spannung mindestens 5 m Abstand

 

 

11.  Vergiftungen durch Einatmen, Kontakt oder Einnehmen

Grundsatz Selbstschutz beachten

Maßnahmen • Bei Gaseinwirkung an frische Luft bringen

• Bei Einwirkung von Reizstoffen absolute Ruhelage

• Puls, Atmung und Bewußtsein kontrollieren

• Bei Bewußtlosigkeit Seitenlage

• Bei Atemstillstand Atemspen ( Ausnahme: Bei Pflanzenschutzmittel Beatmung mit Gerät )

• Schockbekämpfung

• Bei Erbrechen Hilfe leisten

• Bei Kontaktgiften Haut abspülen

• Notruf, dabei Giftstoff angeben

Besondere Maßnahmen bei Einwirkung bestimmter chemischer Stoffe siehe gesonderte Merkblätter

 

 

12.  Verätzungen

Grundsatz Selbstschutz beachten

Maßnahmen Bei Verätzungen der Haut

• Benetzte Bekleidungsstücke entfernen

• Unter fließendem Wasser spülen

• Notfalls ätzende Stoffe abtupfen

Bei Verätzungen des Auges

• Ausgiebig mit Wasser von der Nase her nach außen spülen

Bei Verätzungen des Mundes, der Speiseröhre, des Magens

• Niemals zum Erbrechen bringen

• Schockbekämpfung

 

 

13.  Knochenbrüche

Maßnahmen • Körperteil mit Bruchstelle nicht bewegen

• Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen Lage des Verletzen nicht ändern

• Bei offenem Knochenbruch Wunde vorsichtig keimfrei bedecken

• Ruhigstellung in vorgefundener Lage

• Schockbekämpfung

 

 

14.  Verletzung der Gelenke

Verstauchung, Verrenkung, Knochenbruch

Maßnahmen • Kein Bewegungsversuch

• Kein Einrenkungsversuch

• Ruhigstellung des verletzten Gelenkes durch Lagerung oder Fixierung ohne die augenblickliche Stellung zu verändern.